Fachschaft Ethik

„Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage. Es stünde traurig um die Menschen, wenn sie durch Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung nach dem Tode gebändigt werden müssten.“

Albert Einstein

In seiner Aufzählung der Grundlage für ethisches Verhalten vergisst Albert Einstein die Vernunft. Auch die Vernunft ist einer der Pfeiler, auf der die Menschen ihr ethisches Bewusstsein gründen.

Was versteht man unter Ethik(unterricht)?

Ethik (altgriech.: Lehre vom sittlichen Handeln) ist neben Erkenntnistheorie, Ontologie, Logik, Anthropologie usw. eine Teildisziplin der Philosophie (altgriech: Liebe zur Weisheit).

Im Ethikunterricht beschäftigen wir uns mit allen grundlegenden Fragen und Problemen der Welt und des menschlichen Zusammenlebens (siehe unten: Themen). Tagtäglich stehen wir Herausforderungen gegenüber, inneren oder äußeren Konflikten, existentiellen Fragen nach dem Sinn usw., auf die die Ethik eine Antwort zu geben sucht, ohne auf ein vorgefertigtes Regelwerk zurück zu greifen. Insofern verfolgt der Ethikunterricht den Ansatz, an lebenspraktischen Fragen anzuknüpfen und die SchülerInnen zu befähigen durch kritische Reflexion, vernünftiges Nachdenken zu einem selbstbestimmten und vernünftigen Urteil zu gelangen. Wichtig ist hierbei die weltanschauliche Neutralität und Offenheit ohne hierbei die grundlegenden Werte unserer Gesellschaft aus den Augen zu verlieren.

Wer belegt das Fach Ethik?

Ethik wird in allen Schulzweigen und allen Jahrgängen parallel zu (evangelischer und katholischer) Religion unterrichtet.

Alle Schüler, die nicht am evangelischen oder katholischen Religionsunterricht teilnehmen möchten, nehmen am Ethikunterricht ihres Zweigs und Jahrgangs teil. Natürlich ist es auch möglich, vom Religions- in den Ethikunterricht zu wechseln und umgekehrt. Bis zum vollendeten 14. Lebensjahr entscheiden die Eltern (idealerweise in Absprache mit ihrem Kind), welches Fach ihr Kind besuchen soll, mit der Religionsmündigkeit ab 14 Jahren, liegt die Entscheidung allein beim Jugendlichen.

Welche Themen werden unterrichtet?

Es geht wie bereits oben beschrieben um alle Fragen rund um das gute Handeln und Leben.

Themenbereiche in der Sekundarstufe I sind laut unserem neuen Schulcurriculum z.B.:

  • Was ist Gut und was ist Böse?
  • Was ist (un)gerecht?
  • Wer bin ich? Was macht mich aus?
  • Leben in Gemeinschaft (Familie, Freundeskreis, Gesellschaft)
  • Was ist das Gewissen? Woher kommt es?
  • Religion und Glauben – warum glaubt man? Welche Religionen gibt es? Was haben sie gemeinsam?
  • Was ist Glück (für mich)?
  • Wahrheit und Lüge. Gibt es (eine) Wirklichkeit?
  • Konflikte – wie und warum entstehen sie, wie löst man sie?
  • Unser Umgang mit Tieren
  • Regeln, Gesetze – wozu?
  • Menschenrechte – Menschenwürde
  • Liebe und Freundschaft

In der Sekundarstufe II (Gymnasiale Oberstufe) schreibt das neue hessische Kerncurriculum folgende Themen vor:

Einführungspase:

  1. Glücksvorstellungen
  2. Ethik und Religionen

Qualifizierungsphase:

  1. Anthropologie (Menschenbilder)
  2. Grundpositionen der Ethik
  3. Recht und Gerechtigkeit
  4. Mensch-Natur-Technik

Im Grundkurs Ethik (Leistungskurs ist in Hessen leider nicht möglich) können sich die SchülerInnen im Abitur sowohl mündlich als auch schriftlich prüfen lassen. Insbesondere als mündliches Prüfungsfach ist Ethik beliebt.

Welche Materialien und Lehrwerke werden eingesetzt?

Förderstufe/Hauptschule/Realschule: Respekt!

Gymnasium: Leben leben 

GOS: Standpunkte der Ethik

Fachschaftsleitung

Judith Lenz