Berufliche Orientierung

Der gelingende Übergang zwischen Schule und Beruf gewinnt mehr und mehr an Bedeutung, unserer Schülerinnen und Schüler dabei bestmöglich zu unterstützen und auf das Berufsleben vorzubereiten, ist unser Ziel. In Anbetracht der vielfältigen Möglichkeiten, die weiterführende Schulformen und ein breit gefächertes Ausbildungsangebot bereithalten, ist die Berufs- und Studienorientierung eine große Herausforderung geworden. Wir erarbeiten für jede Jahrgangsstufe und jede Schulform passende Unterstützungsangebote, damit unsere Schülerinnen und Schüler gut vorbereitet ihre Berufs- und Studienwahl treffen können und sich den Anforderungen an sie selbst bewusst sind.

Die Vorbereitung auf das Studium und das Berufsleben?

Neben den jahrgangs- und schulformspezifischen Angeboten haben sich bestimmte Querschnittsangebote etabliert, die eine grundlegende Bedeutung für alle Schülerinnen und Schülern haben:

Wissen sammeln

Eine gute Entscheidung zu treffen bedarf Wissen! Ein Element, Wissen über sich und die Berufswelt zu erlangen und zu sammeln, ist der Berufswahlpass. Der Berufswahlpass enthält ein persönliches Profil, Informationen über Berufsfelder, Ausbildungsberufe, eigene Praktika und alle weiteren Dokumente, die im Prozess der Berufsorientierung erarbeitet wurden. Der Einsatz des Berufswahlpasses ist durch die Verordnung für Berufliche Orientierung des Hessischen Kultusministeriums vorgeschrieben. Die Grundlage für die Berufsorientierung legt die Selbsteinschätzung und Selbsterkundung mit dem Ziel, eigene Stärken und Interessen zu erkennen. Die Berufskunde ist der darauf folgende Baustein, der Wissen über Berufsfelder, Informationen zu Berufen, Anforderungen und Zugangsmöglichkeiten vermittelt. Der Abgleich der eigenen Stärken und Interessen mit den spezifischen Anforderungen an einen Beruf ermöglicht es den Schülerinnen und Schülern, eventuell passende Berufsfelder zu entdecken. Unterschiedliche Testverfahren sowie Kompetenzfeststellungen erweitern das sogenannte Selbstwissen.

Vorbereiten

Die Schülerinnen und Schüler werden im Bereich Medienkompetenz darin geschult, Recherchemöglichkeiten gezielt zu nutzen und Textverarbeitungsprogramme im Hinblick auf das Erstellen von Bewerbungsunterlagen richtig einzusetzen. Zur Vorbereitung gehören auch verschiedene Bewerbungstrainings und lebenspraktische Projekte, wie beispielsweise eine Haushaltskostenrechnung, die auf ein möglichst selbstbestimmtes Leben vorbereiten sollen.

Erfahrungen sammeln und reflektieren

Alle Schülerinnen und Schüler unserer Schule nehmen an mindestens einem Betriebspraktikum teil. Für die Schüler der Oberstufe wurde in der Stufe E ebenfalls ein qualifiziertes Betriebspraktikum eingerichtet, das von PoWi- Lehrkräften betreut wird. Das Betriebspraktikum wird im Haupt– und Realschulzweig im Fach Arbeitslehre intensiv vorbereitet, begleitet und nachbereitet. Im Gymnasialzweig und der Oberstufe wird diese Vorbereitung im Fach Deutsch/ PoWi geleistet. Neben den Praktika besuchen wir Berufs- und Studienmessen, Informationsveranstaltungen und nutzen Tage der offenen Tür in Schulen und Betrieben.

Entscheiden lernen

Entscheidungen zu treffen klingt leichter, als es ist. Entscheidungen zur beruflichen Zukunft müssen auf der Grundlage von Wissen und bisher gesammelten Erfahrungen getroffen werden- im Verlauf der Schulzeit werden die Schülerinnen und Schüler daran gewöhnt, zu entscheiden. Ob Leistungskurs, Wahlpflichtunterricht oder Betriebspraktikum, wir begleiten und unterstützen sie in diesem Prozess.

Unterstützung

Wir unterstützen unsere Schülerinnen und Schüler und die Eltern im Prozess der Berufsorientierung mit schulinternen Beratungsmöglichkeiten, für diesen Bereich wurde eine neue Stelle geschaffen. Zusätzlich bestehen Beratungsmöglichkeiten über die Bundesagentur für Arbeit für alle Schulzweige und Kooperationen mit Hochschulen für den Bereich der gymnasialen Oberstufe.

Besonderheiten der einzelnen Schulzweige

Hauptschulzweig

BerufsberaterInnen der Bundesagentur für Arbeit sind einmal im Monat vor Ort um die Schülerinnen und Schülern zu beraten. Im Abgangsjahr führen MitarbeiterInnen des Bildungswerks der Hessischen Wirtschaft mit jedem einzelnen Schüler eine Perspektivberatung durch.

„Wirtschaft in der Schule“

Für die Hauptschüler unserer Schule haben wir das Projekt „Wirtschaft in der Schule“ ins Leben gerufen. Unterstützt von der Industrie- und Handelskammer in Frankfurt, zahlreichen Betrieben, dem Hattersheimer Gewerbeverein und vielen engagierten Einzelpersonen gelingt es uns, den Berufshorizont der Schülerinnen und Schüler zu erweitern. Am Ende ihrer Schulzeit haben die Schülerinnen und Schüler alle wichtigen Berufsfelder durch Anschauung oder eigenes Tun erkundet und gelangen so zu einer qualifizierten Berufswahlentscheidung. Von dieser engen Zusammenarbeit und den daraus gewonnenen Erfahrungen profitieren natürlich auch die Schülerinnen und Schüler des Realschulzweiges. Dieses Projekt wird seit vielen Jahren im Arbeitslehreunterricht der Hauptschule in einem fünfstündigen Block wöchentlich unterrichtet.

Ziel: Qualifizierung von Hauptschülerinnen und Hauptschülern für ihre Berufswahl durch Erkundung der Arbeitswelt.

  • theoretisches und praktisches Kennenlernen von Berufsbildern in Schule und Partnerbetrieben geordnet nach Berufsfeldern
  • Kompetenzfeststellung durch Kompo 7, die Schulsozialarbeit und das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft
  • dreiwöchiges Betriebspraktikum in Klasse 8
  • zweiwöchiges Betriebspraktikum in Klasse 9
  • Praxistage in Klasse 9
  • Kooperationsveranstaltung in Form eines Wettbewerbs
  • Besuch der Berufsbildungsmesse in Frankfurt
  • Kooperation mit den Berufsschulen des Main-Taunus-Kreises
  • Kooperation mit externen Wirtschaftspartnern

Realschulzweig

Ein wichtiges Ziel unserer Realschule ist die berufliche Orientierung und die frühe Unterstützung der Berufszielfindung. Hierzu findet bereits im Jahrgang 7 eine erste Überprüfung der Kompetenzen und Interessen der SchülerInnen statt. Darauf aufbauend wird insbesondere im Fach Arbeitslehre im Jahrgang 8 und 9 eine beruflich orientierte Grundlagenbildung vermittelt. Darüber hinaus setzen sich die SchülerInnen in fachübergreifenden Projekten im Jahrgang 8 mit dem Thema „Arbeitswelt“ und im Jahrgang 9 mit dem Thema „Übergang in das Berufsleben“ auseinander. Neben dem 3-wöchigen Berufspraktikum in der 9. Klasse lernen die SchülerInnen im Rahmen eines Kooperationsprojekts („ZAC- Zukunft-Ausbildung-Chance“) mit der Stadt Hattersheim regionale Ausbildungsbetriebe und Unternehmen kennen. In Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft finden Betriebserkundungen und Bewerbungstrainings statt, der Besuch von Berufsbildungsmessen und die intensive Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit sollen unseren Schülerinnen und Schülern Orientierungs- und Entscheidungskriterien für ihren beruflichen Werdegang an die Hand geben.

Gymnasialzweig

Im Gymnasialzweig steht die Entscheidung zwischen dem Weg zur Gymnasialen Oberstufe und dem Eintritt in das Berufsleben über eine Ausbildung an. Die Schülerinnen und Schüler lernen die unterschiedlichen Wege kennen, sammeln Erfahrungen in einem Praktikum und werden durch schulinterne Beratungsangebote und die Berufsberatung durch die Bundesagentur für Arbeit in diesem Prozess beraten. Wie später im Bereich der Gymnasialen Oberstufe werden hier nicht nur die Anforderungen an die Ausbildungsreife für das Berufsleben, sondern auch die Themen Studienreife und Anforderungen an ein Studium thematisiert.

Gymnasiale Oberstufe

Die Vorbereitung auf die Arbeitswelt ist ein Profilschwerpunkt unserer Oberstufe. Viele Gründe sprechen dafür, auch Oberstufenschülerinnen und -schüler mit den sich verändernden Strukturen der Arbeitswelt bekannt zu machen. Hierzu gehört in der Einführungsphase ein zweiwöchiges Betriebspraktikum und als Besonderheit die „Dritte PoWi-Stunde“, eine zusätzliche Stunde im Fach Politik und Wirtschaft, die ausschließlich der Vorbereitung auf Studium, Ausbildung und Arbeitswelt dient. Nach dem Praktikum veranstalten die SchülerInnnen der Stufe E eine Praktikumsmesse; dort stellen sie den nachfolgenden Jahrgängen ihre Praktikumsplätze vor und geben Tipps für die Bewerbung. Darüber hinaus arbeiten wir in der Studienberatung eng mit der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt zusammen, deren Schnuppertage wir mit jedem Jahrgang besuchen. Seit dem 4. November 2016 ist unsere Schule offizielle Partnerschule der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Auch an den Hochschul-Informationstagen der anderen Hochschulen können unsere SchülerInnen bei Bedarf teilnehmen. Im letzten Jahr vor dem Abitur kommt die Arbeitsagentur in die einzelnen Tutorien und wir bieten eine Informationsveranstaltung zum Dualen Studium an. BerufsberaterInnen der Bundesagentur für Arbeit sind einmal im Monat vor Ort um die Schülerinnen und Schülern zu beraten.

Struktur der Beruflichen Orientierung