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Unterricht mal draußen…

Esel, Gänse, Hühner, Kaninchen, Meerschweinchen, Schafe, Ziegen, sogar kunterbunte Ziervögel: Der Hattersheimer Tierpark beherbergt eine Vielzahl von Haus – und Nutztieren und ist eine stadtbildprägende Institution. Seit fast fünfzig Jahren zieht der ehrenamtlich geführte Tierpark täglich viele Besucher an, darunter zahlreiche Schulklassen.

Heute sind die Klassen der Jahrgangsstufe 5 der Heinrich-Böll-Schule zu Besuch im Hattersheimer Tierpark. Vorbereitet wurde der Besuch des außerschulischen Lernorts im Rahmen des Ethikunterrichts durch die Lehrkräfte Madeline Krämer und Sebastian Abstein. Hierbei stand die Sensibilisierung der Schüler*innen für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und Tieren im Fokus.

Petra Simon, die Frau des Vereinsvorsitzenden Klaus Dieter Simon – empfängt die rund 50 Schüler*innen, die vor Neugier und Vorfreude sprühen. Nach einer freundlichen Begrüßung erhalten die Schüler*innen Gelegenheit, Fragen zu stellen, die sie im Vorfeld vorbereitet haben. Im Zentrum steht hierbei die Frage danach, ob die Tiere gefüttert und gestreichelt werden dürfen. „Die Tiere vertrauen uns und sind den Umgang mit Menschen gewöhnt“, erklärt Simon. „Dennoch sind es keine Spielzeuge, sondern lebendige Wesen, deren Bedürfnissen wir mit größtem Respekt begegnen möchten. Die Tiere entscheiden also, ob und in welcher Intensität sie die Interaktion mit dem Menschen zulassen. Dieser Gedanke bildet den Grundsatz der Kooperation von Tierpark, Schulen und Kindergärten und trägt zur nachhaltigen Förderung eines respektvollen Umgangs mit Haus- und Nutztieren bei.“

Hinsichtlich der Fütterung ergänzt Petra Simon: „Bei geführten Besuchen im Gehege dürfen mitgebrachte Karotten und Salate verfüttert werden. Grundsätzlich ist die Fütterung jedoch verboten, da in der Vergangenheit zahlreiche Tiere aufgrund von ungeeignetem Futter erkrankt sind. Der Tierpark freut sich aber jederzeit über Futterspenden, die in unserer Sammeltonne abgelegt werden dürfen.“ Die Schüler*innen betreten unter Aufsicht von Frau Simon und ihren Lehrkräften das Gehege. Große Freude und Aufregung vermischen sich, als einige Ziegen aufgeschlossen auf die Kinder zugehen. Nach anfänglicher Zurückhaltung siegt die Neugier und die Schüler*innen erkunden selbstständig das Gelände. Die begleitenden Lehrkräfte, Mariska Dekker und Anne Pum, beobachten hierbei die Kontaktaufnahme zwischen Kind und Tier und stehen ermutigend zur Seite. „Einige Kinder haben noch keine direkte Interaktion mit Tieren erlebt. Für sie ist der heutige Tag daher ein besonders eindrucksvolles Erlebnis.“

Im Rahmen des einstündigen Besuchs entwickeln die Schüler*innen eine intensive Beziehung zu den Ziegen, Hühnern und Eseln. Es wird gestreichelt, gefüttert und ein Erinnerungsfoto mit dem Lieblingstier geschossen. Petra Simon führt einige Schüler*innen in den Hühnerstall. Frisch gelegte Eier gehen durch die Kinderhände und sorgen für Erstaunen. „Das fühlt sich noch ganz warm an“, stellt eine Schülerin erstaunt fest. Der Besuch des Tierparks vergeht wie im Flug und den Schüler*innen fällt der Abschied von ihren Tieren sichtlich schwer. „Am Wochenende kommen wir mit unseren Eltern wieder hierher“, freut sich eine Gruppe von Schülern, als sie ihre Lieblingsziege verabschieden.   

„Unterricht mal draußen, das bietet Abwechslung und hat den Schüler*innen heute richtig Spaß gemacht,“ resümiert Sebastian Abstein. Die Schüler*innen nehmen aus unserem heutigen Besuch im Tierpark wertvolle Eindrücke mit, die ihr Verantwortungsgefühl gegenüber unseren Mitlebewesen nachhaltig prägen.“ Madeline Krämer ergänzt: „Das Lernen durch Begegnung bietet unseren Schüler*innen die Möglichkeit, ihre Umwelt intuitiv zu erschließen und ihre individuellen Gestaltungsmöglichkeiten wahrzunehmen. Die Schüler*innen hatten viel Freude und wir besuchen den Tierpark gerne wieder.“  „Der Tierpark freut sich übrigens immer über neue Mitglieder“, lässt  Frau Simon zum Abschied wissen.