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We are Africa!

Afrikanische Metropole, HipHop, Nairobi-Slums, Globalisierung mal anders, Traditional Dance, Videos aus Kenia, African Groove, Nein zu Kinderarbeit, Poptheater, Drums’n’Beats, Schauspiel, Diskussion, interaktive Begegnung, Fairness, Austausch, Spaß, Umweltschutz, Gleichstellung. Nairobi ist die Hauptstadt Kenias, Uno – Sitz, Finanz- und Medienzentrum, Wirtschaftsmetropole und die Heimat von etwa 2 Millionen Slumbewohnern. In Kariobangi, einem Slum-Viertel an der großen Mülldeponie, probt das Hope Theatre Nairobi, das im Jahr 2009 von Stephan Bruckmeier gegründet wurde. Das Ensemble ist heute zu Gast im Hofheimer Landratsamt. Der Saal ist gut gefüllt, über 200 Schüler aus dem Main-Taunus-Kreis warten gespannt darauf, dass es endlich los geht. Unter den Gästen befinden sich rund 40 Schüler*innen der Heinrich-Böll-Gesamtschule aus Hattersheim, die der Einladung des Naturschutzhauses Flörsheim-Weilbach und der Kreisbeigeordneten Madlen Overdick gefolgt sind. Als die Schauspieler*innen des „Hope Theatre“ Nairobi den Saal betreten, wird es herzlich: sie begrüßen auf dem Weg zur Bühne die Schüler*innen persönlich, klatschen sie ab und umarmen sie. Das Ensemble aus Nairobi überzeugt von Beginn an mit Offenheit, Warmherzigkeit und Authentizität. Sie führen die Schüler*innen durch eine 90-minütige Revue, die ein buntes Programm aus Musik, Tanz und Schauspiel bereithält. Im Zentrum der Revue geht es vor allem um Fairness im wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhang. Die Sprachbarriere ist schnell überwunden, mal wird auf Englisch, mal auf Deutsch gesprochen oder einfach ausdrucksstark getanzt. Die Schüler*innen werden Teil der vielseitigen Aufführungen, stehen als Schauspieler*innen mit auf der Bühne, lernen traditionelle afrikanische Tänze und befinden sich im permanenten Austausch mit dem Ensemble aus Kenia. „Man wolle kein Mitleid erzeugen, das brauchen wir nicht!“, sagt der deutsch-österreichischen Regisseur Stephan Bruckmeier. „Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass das Leben, das wir Europäer leben, einen Einfluss darauf hat, wie es den Menschen in Afrika geht. Wenn wir eine Jeans oder eine Tafel Schokolade kaufen, dann schauen wir auf den Preis und wollen nur das günstigste. Wir denken aber kaum darüber nach, ob das, was wir kaufen, auch nachhaltig produziert wurde.“ Für das Thema Nachhaltigkeit wurden die Schüler*innen der Klassen der 10R von Frau Windolf und Frau Ikbal bereits im PoWi- und Ethik Unterricht sensibilisiert. Den Abschluss, der gut zweistündigen Veranstaltung, bildet eine Fragerunde mit den Schauspielern. Es werden persönliche und themenbezogene Fragen gestellt, die davon zeugen, dass die Schüler sehr neugierig sind. „Das Hope Theatre hat es mit seiner authentischen Art geschafft, die Schüler mitzureißen. Es war inhaltlich tiefgründig und die Schüler hatten trotzdem ihren Spaß“, zeigt sich Jennifer Windolf im Anschluss begeistert. „Ich würde jederzeit wieder mitkommen“, ergänzt die mitbegleitende Lehrkraft Anne Pum, „es war eine tolle Erfahrung wie man Diskriminierung begegnen kann.“

von Sebastian Abstein / 28.03.2019