Aktuelles

Ehrungen im Sinne der Schulverfassung 2018

Am Dienstag vor den Osterferien wurden in der Aula der Heinrich-Böll-Schule die Personen und Personengruppen geehrt, die als Vorbilder in unserer Schulgemeinde wirken.

Nach einem gelungenen musikalischen Auftakt der Schulband, unter Leitung von Frau Song,  eröffnete der Schulleiter die Veranstaltung. In seiner Einführungsrede betonte Herr Dr. Heither, dass es gerade in heutiger Zeit notwendig sei, vorbildliches Verhalten und soziales Engagement zu unterstützen und öffentlich zu machen. Die zu ehrenden Persönlichkeiten und Klassen hätten im Kleinen gewirkt, sich für die Schule engagiert, in irgendeiner Form zur Schulkultur und Lernatmosphäre beigetragen und somit wichtige Voraussetzungen geschaffen für Bildung, Vernunft und Menschlichkeit an der Heinrich-Böll-Schule.

Ehrung der saubersten Klassen

Vor zwei Jahren initiierte die Umwelt AG unter Leitung von Frau Nucklies einen Preis für die sauberste Klasse. Erstmals erfolgte im März die Ehrung im Rahmen der Schulverfassung. Seit Beginn des Schuljahres unterstützen die Schülerinnen und Schüler das Reinigungspersonal vorbildlich, zeigen jedoch auch, dass sie sich in sauberen Räumen wohler fühlen. Für dieses Engagement und ausgesprochen soziale Verhalten erreichten die Klassen 5F2 und 6G2 gemeinsam den zweiten Platz, der mit einer Urkunde und einem Klassenfußball honoriert wurde, die 6G3 wurde für ihren Einsatz mit einem Eisgutschein belohnt und erhielt die Siegerurkunde.

Tamara Ohlenmacher  – Mit Herz und Verstand

An jeder Schule wird es sicher Ausnahmeschüler*innen geben, zumindest im Leistungsbereich. Die HBS hat jedoch eine Schülerin in der 8G1, die durch Hilfsbereitschaft, Zuverlässigkeit, soziales Engagement und über außergewöhnliche kognitive Fähigkeiten verfügt, wie Herr Dr. Heither als ihr Deutschlehrer im 5./6. Schuljahr schmunzelnd feststellen musste. Bemerkenswert sei es, dass Tamara ihr Können nicht zur Schau stellt, bei Gruppenarbeiten nicht unbedingt im Vordergrund stehen muss, sondern trotz ihres jugendlichen Alters bereits eine ausgesprochen hohe soziale Kompetenz besitzt. Sicher trägt dies und ihre Bescheidenheit dazu bei, dass sie von ihrer Klasse und anderen so geschätzt und zur Ehrung vorgeschlagen wurde.

Brigitte Ziegler – Lehrerin mit Leidenschaft

In der Schulverfassung der HBS heißt es: „Anstrengung und Leistung verdienen Achtung und Anerkennung“. Herr Dr. Heither betonte, dass diese Aussage Frau Ziegler sehr gut charakterisiere. Sie sei das letzte Jahr an der Schule, bevor sie in Pension gehe, doch er habe den Eindruck, dass ihr Streben danach, Schule zu verbessern, Schüler*innen Mathematik näherzubringen, sie zu unterstützen und in ihren Bemühungen zu bestärken, ungebrochen sei. Ihr reflektierter und kritischer Geist, ihre Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft machten sie zu einer sehr beliebten Kollegin und Lehrerin. Der Schulleiter bedankt sich im Namen der gesamten Schulgemeinde bei Frau Ziegler für ihr vorbildliches Wirken an der Schule.

Andrea Hauer – Sonderschulpädagogin mit Leib und Seele

Der berufliche Werdegang führte Frau Hauer von der Sonderschule über die Förderstufe und Gemeinsamen Unterricht zur Inklusion. Den unterschiedlichen Anforderungen, die an sie gestellt wurden, begegnete sie mit Fachkompetenz, Geduld, Empathie und Herzlichkeit, da für sie das Wohl jedes einzelnen Kindes oberste Priorität hat. Frau Hauer wurde auch zur Ehrung vorgeschlagen, weil sie neben den o.g. Eigenschaften ein hohes Maß an Einsatzbereitschaft und Verlässlichkeit aufweist, dabei ruhig und besonnen agiert. „Die Würde des anderen zu respektieren und zu schützen“, ein Zitat aus der Schulverfassung, beschreibt am besten Frau Hauers Credo als Lehrerin.

Gina Düvel – Einsatz für Gerechtigkeit und Toleranz

Leider verhinderte eine Klausur, dass Gina bei ihrer Ehrung anwesend sein konnte. Die Oberstufenschülerin verfügt über einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, außerordentliche Hilfsbereitschaft und hat ein großes Herz. Sie engagierte sich in mehreren Schulprojekten für Geflüchtete, initiierte eine Patenschaftsgruppe und war darüber hinaus in der Umweltgruppe aktiv. Zusätzliche Aufgaben erledigte sie für die Klassengemeinschaft gern und beweist damit auch ihre hohe soziale Kompetenz. Auffällig ist, dass sie um ihre Person kein Aufhebens macht, sondern ruhig und besonnen ihre Ziele verfolgt, die der Gemeinschaft dienen. Herr Dr. Heither bedankte sich herzlich bei Gina für ihre vorbildliche und effektive Arbeit an der Heinrich-Böll-Schule.

Verleihung des Ursula-Franssen-Preises

Herr Niehörster übernahm die Ehrung dieses Preises, der zurückzuführen ist auf das große Engagement von Ursula Franssen in Peru. Sie setzte sich ein für bessere Lebensbedingungen der Menschen während der dortigen Militärdiktatur, zeigte Zivilcourage und kam während ihres Einsatzes 1979 auf tragische und bisher ungeklärte Weise ums Leben.

Ihre Brüder, Hans Franssen, der ehemalige Bürgermeister von Hattersheim, und Dr. Heribert Franssen, lobten diesen Preis zu Ehren ihrer Schwester aus. Schülerinnen und Schüler der HBS können sich um diesen Preis, der mit 500,-- Euro dotiert ist, bewerben, wenn sie ein Projekt durchgeführt haben, bzw. durchführen, welches mindestens eines der nachstehenden Kriterien erfüllt: soziales Miteinander, Toleranz und Menschenrechte, demokratische Grundrechte, Zivilcourage.

Gewonnen hat den Ursula-Franssen-Preis in diesem Jahr die Tandem AG unter der Leitung von Yasemin Vardar-Douma.

Frau Vardar-Douma hat ein Integrationsprojekt mit Modellcharakter ins Leben gerufen, bei dem das Thema „Respekt“ im Vordergrund steht. Seit zwei Jahren gibt es zwischen Schüler*innen der Heinrich-Böll-Schule und geflüchteten jungen Menschen Patenschaften, inzwischen 20 an der Zahl. Es wird nicht nur Hilfestellung bei Problemen im Alltag geleistet, sondern es findet auch ein täglicher praktischer Austausch statt. Die Schüler*innen treffen sich ein bis zweimal wöchentlich und erarbeiten, oft auch eigenständig, neue Projektideen oder Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Derzeit entwickeln sie eine eigene Homepage und eine Schulumfrage. Demnächst beginnt ein neues Projekt mit dem Titel „Brücken bauen zwischen Generationen und Kulturen“ in Zusammenarbeit mit einem Hattersheimer Seniorenzentrum. Gefördert wird diese Aktion von der Stiftung Aktive Bürgerschaft im Rahmen ihres Projektes „Sozialgenial“.

Um den Respekt vor Menschen aus anderen Kulturen zu demonstrieren, wurde der Film „Hessen lebt Respekt“ gedreht, der den 3. Preis im landesweiten Videowettbewerb erhielt. Frau Vardar-Douma hat mit der Tandem AG darüber hinaus weiteres Engagement gezeigt, indem an der HBS im Rahmen der „Woche der Menschlichkeit“ u.a. Workshops mit syrischen Künstlern durchgeführt wurden.

Dieser Einsatz, der Herzblut und Empathie dokumentiert, verdient unser aller Respekt!

Ein herzliches „Danke schön“ geht an Frau Song und die Schulband, die die Veranstaltung mit ihren Beiträgen bereicherten und für einen stimmungsvollen Ausklang sorgten.