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Gemeinsame Begegnungsfahrt von Heinrich-Böll-Schule und Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule

Jugendliche mit und ohne Behinderung haben – trotz aller Unterschiede ihrer Fähigkeiten und Lebensumstände – viel gemeinsam. Häufig sind ihre Gedanken, Ängste, Hoffnungen und Bedürfnisse sehr ähnlich. Diese Beobachtung war vor fünf Jahren für einige Religionslehrerinnen und -lehrer der Anlass, die Begegnungsfahrt zu initiieren.

Seitdem verbringen jedes Jahr zehn Schülerinnen und Schüler der Oberstufe der Heinrich-Böll-Schule und zehn Schülerinnen und Schülern der Berufsorientierungsstufe der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule, einer Förderschule für geistige Entwicklung in Hofheim, drei Tage gemeinsam. Dieses Jahr war ein kleines Haus im Westerwald unser Ziel.

Hauptanliegen der Begegnungsfahrt ist es, Möglichkeiten der Begegnung von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderung zu schaffen. Dies gelang in diesem Jahr in besonderem Maß, was vor allem der Offenheit der Schülerinnen und Schüler aus beiden Gruppen zu verdanken war. Es gab wenig Scheu, auf die „anderen“ zuzugehen. 

Gefördert wurde dies durch gemeinsame praktische Tätigkeiten. Im „Selbstverpflegerhaus“ mussten die Mahlzeiten gemeinsam zubereitet werden sowie viele Haushaltsaufgaben erledigt werden. Äpfel wurden geerntet und gekeltert. Dies geschah in gemischten Kleingruppen. Hier mussten die Schülerinnen und Schüler besonders intensiv aufeinander eingehen, miteinander auskommen, die Arbeit organisieren und aufteilen. 

Inhaltlich ging es um das Thema „Ernte“. Auf der einen Seite beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen Nahrungsmittelerzeugung, Landwirtschaft und Viehzucht. Beim Besuch zweier Höfe in der Umgebung konnten sie Informationen aus erster Hand erhalten. Auf der anderen Seite setzten sie sich mit „Ernte“ im übertragenen Sinn auseinander. Sie reflektierten Fragen wie „Was habe ich schon erreicht?“, „Wem habe ich das zu verdanken?“ oder einfach „Was ist mir wichtig?“ – wobei wiederrum einige Gemeinsamkeiten erfahren wurden.